Kohlenhydrate

Lexikon
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Kohlenhydrate lassen sich in lösliche und unlösliche unterscheiden. Zu den löslichen Kohlenhydraten zählen:

  • Einfachzucker / Monosaccharide (Glukose, Fruktose)
  • Zweifachzucker / Disaccharide (Saccharose, Laktose)
  • Einige Mehrfachzucker / Polysaccharide (Stärke / Glykogen)


In der Welpenernährung ist die Laktose das wichtigste Kohlenhydrat. Im späteren Alter kann der Organismus die Fähigkeit der Laktosespaltung verlieren, da die Enzymleistung der Laktase nachlässt, wenn diese nicht regelmäßig trainiert wird. Dann führt eine vermehrte Aufnahme von Milch und Milchprodukten zu Durchfall. Als Faustregel gilt: einem untrainierten ausgewachsenen Hund oder einer ausgewachsenen Katze nicht mehr als 20 ml Milch / kg LM und Tag füttern.


In der Gruppe der leicht verdaulichen Mehrfachzucker / Polysaccharide finden wir die Stärke (Reservestoff der Pflanze) und das Glykogen, welches hauptsächlich in der Leber und den Muskeln vorkommt.


Der Abbau der löslichen Kohlenhydrate erfolgt im Dünndarm, wo sie als Einzelzucker resorbiert werden und in erster Linie der Energielieferung dienen. Überschüssige Zucker werden im Organismus als Glykogen oder Fett gespeichert. Daraus ist ersichtlich, dass Fettsucht in erster Linie auf ein Überangebot an leicht löslichen Kohlenhydraten zurück zu führen ist.


Schwierig wird es, wenn man industrielle Fertigfutter hinsichtlich des Gehaltes an leicht löslichen Kohlenhydraten (17,5 kJ /g; 94% Verdaulichkeit) vergleichen will, da diese nicht deklariert werden müssen. Mit einem Trick können wir diese aber berechnen.


Nehmen wir an, wir finden auf einem Etikett folgende Werte:

  • Rohprotein 23 %
  • Rohfett 17 %
  • Rohfaser 3 %
  • Calcium 1,2 %
  • Phosphor 1 %
  • Feuchtigkeit 12,5 %


Über die Formel


NfE = 100 – (Rohprotein + Rohfett + Rohasche + Rohfaser + Feuchtigkeit),


kommen wir auf NfE = 100 – (23 + 17 + 3 + 1,2 + 1 + 12,5) = 42,3 % NfE.


Während ein Mangel an leicht verdaulichen Kohlenhydraten durch einen Ausgleich an Energie aus dem Futterfett sehr gut vertragen wird, führt jedoch ein Überschuss zur Verfettung. Eines der häufigsten Ursachen für Erkrankungen unserer Haustiere.


Unlösliche Kohlenhydrate werden auch als Ballaststoff oder Rohfaser bezeichnet. Das sind Polysaccharide / Mehrfachzucker (Zellulose, Hemizellulose, Pektine). Obwohl im eigentlichen Sinne kein Polysaccharid, wird auch das Lignin zur Rohfaser gerechnet. Lignin ist eine der wichtigsten Struktur gebenden Substanzen der Pflanze.


Das Verdauungssystem des Hundes und der Katze ist nicht in der Lage diese Ballaststoffe zu verwerten, mit Ausnahme eines geringen Anteils der Zellulose, welcher von im Dünndarm angesiedelten Bakterien gespalten wird. Energetisch gesehen besitzt die Rohfaser deshalb keinerlei Bedeutung in der Ernährung des Hundes / der Katze.


Die Aufgabe der Rohfaser in der Hunde- und Katzenernährung besteht vielmehr in einer Regulierung der Darmtätigkeit und in einer Erhöhung des Kotvolumens, was wiederum das Abkoten erleichtert. Aus diesem Grund sollte eine Ration etwa 2 bis 3 % Rohfaseranteil enthalten. Ein Mangel an Rohfaser führt demzufolge zu Kotabsatzproblemen, ein Überschuss hingegen zu Gewichtsverlust.

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