Beiträge von JulEqui

    Die Überlegung selber Taurinwerte zu messen hatte ich auch schon. Das werde ich nochmal genauer etwas in Angriff nehmen wenn ich etwas mehr Zeit (und Geld) habe. Jetzt gerade bin ich mitten im Umzug und nach der langen Ausschlussdiät erstmal froh ein komplettes Futter geben zu können. Ich studiere Biologie, also ergibt sich eventuell auch die Möglichkeit Labore der Uni nutzen zu können. Aber das wird noch ein wenig warten müssen.

    Wenn ich nicht schon so viele Mäuse an Schlangen und Co verfüttert hätte, hätte ich bestimmt nicht so lange darüber nachgedacht. Es ist auch etwas frustrierend wenn man sich den ganzen Tag Sorgen um die Katze zu Hause macht und dann mal wieder von seinem Stallkater eine halbtote Maus gebracht bekommt, diese erlösen muss (Katzen sind einfach grausam) und dann letztendlich die Maus der Nachbarsstallkatze bringt, weil Simba meint er wäre schon satt bzw. hätte gerne als Abendessen Dose. :ftft: ;(  :lach:

    Hallo liebe Alle,

    eine meiner Katzen hat eine Allergie auf synthetisches Taurin. Da ich unteranderem lange nach mehr oder weniger nützlichen Infos suchen musst, hoffe ich mit diesem Beitrag anderen ein wenig helfen zu können.

    Vorher sollte aber noch gesagt werden, dass ich erst seit ca 10 Monaten barfe (4 Katzen) und demnach eigentlich noch Anfänger bin. :S Durch Belles Allergie war ich allerdings gezwungen mich speziell mit Taurin zu befassen und da es (zum Glück) nur sehr selten ist gibt es nur wenige Infos, sodass wir eigene Lösungen finden mussten.


    Belle: 

    Sie ist wahrscheinlich 2 Jahre alt und hatte einen nicht so schönen Start ins Leben. (Mehr dazu findet sich in meinen zwei vorherigen Beiträgen.) Sie lebt seit März diesen Jahres bei mir zu Hause. Vorher hat sie bei mir am Stall gewohnt und dort neben Mäusen Dose gefressen. Da sie aber wild war, konnte ich sie dort nicht anfassen und die Symptome als Reaktion auf die Dose erst zu Hause feststellen.


    Symptome: 

    -ca 1 Stunde nach der Aufnahme bemerkbare Bauchschmerzen, Juckreiz und hektisches Lecken

    -nach ca 12 Stunden wunde Stellen über den Augen und wunde Ohren, Krustenbildung, geschwollene Lippen und Augenlieder

    -bei einmaliger Gabe verschwinden die Bauchschmerzen nach 2 Tagen, die Schwellungen und der akute Juckreiz nach ca. 4 Tagen und die Krusten nach eineinhalb Wochen


    Belles Allergie:

    -synthetisches Taurin (enthalten in jeglichem Katzenfutter und in komplett Supplementen)

    -jegliche Zusatzstoffe in z.B normalem Salz (hierbei Symptome geringer als bei synthetischem Taurin)



    Taurin allgemein:

    Zu dem Nutzen von Taurin gibt es hier im Forum und auch auf anderen Seiten viele gute Infos, daher gehe ich darauf nicht weiter ein. Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass Taurin absolut überlebenswichtig ist, ein Mangel schlimme Folgen hat und es neben der selbstgefangenen !wilden! Maus als idealste Alternative (meiner Meinung nach) nur die Fütterung von synthetischem Taurin gibt. Solange keine Allergie vorliegt würde ich immer synthetisches Taurin füttern.

    Zum Taurinbedarf der Katze gibt es unterschiedliche Aussagen bzw. Werte, zwischen 30 mg pro kg Katze bis 120 mg pro kg Katze. Überschüssiges Taurin (innerhalb normaler Werte) wird vom Körper ausgeschieden. Ich rechne mit einem Mindestbedarf von 60mg.


    Kompromisse für den bestmöglichen Mausnachbau:

    Nachdem wir den Allergie Auslöser gefunden hatte und ich ungefähre Bedarfswerte hatte, fing die Suche nach möglichen Alternativen an. Hier einmal meine Ideen:


    1. wilde Mäuse: 

    -beste Taurinversorgung

    - Auch wenn es unrealistisch erscheint habe ich kurzzeitig diese Möglichkeit in meiner Verzweiflung in Betracht gezogen. Mein Stallkater beschenkt mich regelmäßig mit Mäusen und ich habe selber über eine Möglichkeit der Mäusejagt nachgedacht :lach:. Es es natürlich realistisch betrachtet nicht umsetzbar.


    2. eigene Mäusezucht:

    -Ich hatte einige Zeit arbeitstechnisch mit Futtermäusen (Frost und Lebend für Reptilien im Zoo) zu tun und weis wie diese Tiere aufwachsen, ernährt und vermehrt werden. Daher scheiden Futtermäuse für mich als komplette Ernährung aus.

    -Daher dann die Idee der eigenen Mäusezucht. Ich könnte gesunde Mäuse verfüttern und wüsste zudem dass sie vorher ein schönes Leben hatten. Diese Idee habe ich nach weiterer Planung allerdings wegen dem rechtlichen Aspekt, den Kosten, dem Platzbedarf und der fehlenden Zeit verworfen. Nebenbei ist natürlich auch der eigene emotionale Aspekt zu beachten. Man zieht diese Unmengen an Tieren groß, muss extrem gut Planen und letztendlich die Tiere abtöten können. Selbst bei nachweislicher Sachkunde über das Abtöten greift hier das Tierschutzgesetz, welches nur in Ausnahmefällen eine Lebendfütterung bzw. ein eigenes Abtöten erlaubt. (Katzen spielen mit der Beute und Quälen diese damit!) Diese Ausnahme betrifft Reptilien, Wildtiere in Zoos etc. welche nur lebendige Tiere fressen. Katzen gehören aus (meiner Meinung nach) gutem Grund nicht dazu.


    —> Es müssen Kompromisse gefunden werden, da eine ideale Maus nicht möglich ist. 


    3. Fütterung von Gehirn

    Im Gehirn, dem Rückenmark und weiterem ist viel Taurin enthalten. Durch Kontakte zu Bauern würde ich auch an schlachtfrische Hirne kommen, allerdings habe ich trotz langer Suche keine Taurin-Werte der Hirne finden könne. Dadurch konnte ich es nicht berechnen.


    4. Putenbeinfleisch, Herz, Muscheln, Krabben


    Taurin ist für den Menschen nicht so bedeutsam wie für die Katzen, daher ist auch der Bedarf an exakten Taurinwerten in verschiedenen Fleischsorten für die Ernährungswissenschaften sehr gering. Zudem wird hier auch synthetisches Taurin verwendet. Überall da wo kein großer Markt hinter steht, ist ausführliche Forschung unbedeutend. Da auch nur wenige Katzen auf das synthetische Taurin reagieren, ist auch hier kein großer ökonomischer Wert.

    Die Werte der oben genannten Fleischsorten sind also nicht zu 100% richtig und bedarf ausführliche Recherche + die Kompromissbereitschaft.


    Putenbeinfleisch enthält verhältnismäßig viel Taurin, ist beschaffbar und bezahlbar. Ich rechne mit ca. 306 mg/ kg.


    Herz wird von einigen Barffraktionen zur Taurinsupplementierung genutzt. Dies ist aber meiner Meinung nach nicht möglich, da eine zu große Herzgabe zu Durchfall etc. führen kann. Zudem liegt der Tauringehalt von z.B. Rinderherz nur bei ca. 62,5 mg/ kg. Belle bekommt 15-20% Herz in ihren Portionen, also mehr als meine anderen drei. Der Tauringehalt wird darüber jedoch nur zu einem eher kleineren Teil gedeckt.


    Muschel, Krabben haben höhere Mengen an Taurin. Da ich jedoch noch keine Zeit hatte die anderen Nährstoffe zu berechnen und maximal Mengen zu bestimmen (so wie auch Fisch kein Fleisch ersetzt) habe ich diese noch nicht gefüttert. Aufgrund des Geruchs gehe ich auch bei Belle davon aus es sehr langsam einschleichen zu müssen.


    Fazit: unsere aktuelle Fütterung

    Ich decke derzeit den Taurinbedarf über Putenbeinfleisch und etwas Herz ab. Beispiel: bei 3,5 kg hat Belle einen Mindestbedarf von ca. 210 mg auf die 130gr Fleisch welche sie frisst. Davon bestehen 50% aus Putenbeinfleisch was wiederum 198 mg Taurin bringt. 50% Rind bringen weitere 34,5 mg und damit liegen wir überm Mindestbedarf.


    Ich habe also einen sehr großen Anteil an Putenbeinfleisch, was Abwechslungsmäßig ein Kompromiss darstellt und nicht ideal ist. Die anderen ca 50% bestehen aus Lamm, Hirsch, Reh, Rind, Kaninchen, Ente und Huhn. Neben der Supplementierung mit dem Kalki gibt es auch Mischungen mit Easy Barf (kein Taurin, Ca/Ph muss berechnet werden).


    Aus ökologischen Gründen möchte ich allgemein die Menge an Lamm, Wild und Biofleisch (bzw. von Fleisch aus möglichst artgerechter Haltung) erhöhen soweit es mein Kontostand eben zulässt. Dies ist auch für den Tauringehalt entscheidend, da ein glückliches Huhn mehr läuft und dann auch mehr Taurin in der Muskulatur produziert wird. Bei Putenfleisch ist auch der Faktor des Antibiotikagehaltes im Fleisch der Massentiere zu beachten.


    Schlachtfrisches (noch warmes) Fleisch enthält am meisten Taurin, welches dann kontinuierlich abgebaut wird. Direktes Einfrieren stoppt höchstwahrscheinlich diesen Prozess.



    Wir sind mittlerweile seit fast 2 Monaten bei dieser Lösung und ihr geht es sehr gut. Allerdings darf sie nicht die leeren Teller der anderen ablecken (einfaches Abspülen mit Wasser reicht nicht), bei der Zubereitung wird ihres als erstes gemacht und es darf kein Tröpfchen in ihr Futter gelangen. Damit es einfacher ist hat sie eigene Schüsseln und Löffel. In ein paar Monaten werde ich zudem ein Blutbild machen lassen um darüber einen Überblick zu bekommen.


    Für Fragen, Verbesserungen, Tipps und Kritik bin ich natürlich offen und hoffe vielleicht jemandem in ähnlicher Situation etwas geholfen zu haben. :)


    Liebe Grüße,

    Jule mit Belle, Zora, Floki, Merlin und Simba

    leicht offtopic - wärs möglich dass die Mama schon bei dir zuhause was zur Beruhigung ins Maul bekommt? Oder hat das

    Als es ihr richtig schlecht ging war sie für die Narkose etc. zu schwach, weshalb ihr auf Verdacht ein Langzeit-Antibiotika gespritzt wurde und sie erstmal Schmerzmittel bekommen hat.


    Jetzt aktuell geht es ihr gesundheitlich wieder besser und ich habe mit meiner TA abgesprochen, dass sie sich erstmal ein bisschen einlebt, hoffentlich etwas ruhiger wird und sie dann nochmal zum TA geht.


    Und so wie sie und ihre Söhne sich verhalten, denke ich nicht dass Beruhigungsmittel helfen würden. Beim TA gehen die komplett in den Überlebenskampf. Ich bin mit mehreren wilden Katzen aufgewachsen und dort wurde auch bis zum vollständigen Einschlafen noch gekämpft.


    Mit der Zwangsbox funktioniert es einigermaßen, weil sie dann beim TA nicht gepackt werden müssen und es auch nur ein paar Sekunden dauert wenn gespritzt wird. Auch wenn ich mir anfangs wie ein Tierquälerin vorkam die augenscheinlich 10 Wochen alten Babys dort reinzustecken :wacko: :wacko:. Nur hätten die TA Helfer die 2 nach dem ersten Kampf sonst nicht mehr behandelt (und sie haben öfters wilde Katzen von den Bauernhöfen etc.)

    Die sehen so gar nicht nach ehemals untersorgten Kleinteilen aus. :thumbup: :love:

    Ich bin auch sehr stolz auf die Drei :love: Bei Belle wird es hoffentlich auch bald so sein.


    1/3 bis 40 Wochen und 2/3 adult? Oder halbe/halbe

    So rein vom Gefühl her...

    Das hatte ich auch schon überlegt, ich bin halt unsicher ob sie die Phosphor Reduzierung bei bis 40 Wochen brauchen, oder ob das eher schlecht wäre. Bei Adult ist es ja wieder normal und sie fressen mittlerweile auch gut nach Bedarf (also mal mehr, mal weniger).


    (Das der Kalki neu ist, hast Du gesehen?)

    =O Erst jetzt. Danke für den Hinweis. Hab die letzten Wochen nicht ins Forum geschaut, weil es so stressig war mit Belle und dann auch noch Zora nach der Kastration eine entzündete Wunde bekommen hat. (Wild-Katze + Body/ Halskrause führt zu schlaflosen Nächten und permanenter Dauerbewachung :rolleyes: )



    Wenn sie im November schon doch deutlich älter als 12 Wochen waren, sind sie eh an der Grenze, und abgesehen davon... es gibt auch keine Kittenmäuse. Wenn auch die Option, Mäuse nur teils zu fressen.

    Ich denke ich tendiere dann eher zur Adult-Fütterung.... Ein Rezept bis 40 Wochen habe ich noch, das bildet dann den Übergang.

    Hallo :)

    Ich habe Mitte November 3 kranke Kitten aufgenommen und nach ein paar Tagen mit dem Barfen angefangen. Grundsätzlich sind wir super zufrieden, allerdings kommen jetzt ein paar Fragen dazu.


    1. Nach welcher Altersstufe (Kalki) würdet ihr vorgehen?


    Ende Dezember wurde bei der Kastration der Kater festgestellt, dass die Alterseinschätzung von Beginn falsch war. Sie wirkten durch die Unterernährung nur so jung. Daher sind wir jetzt bei Barf bis 40 Wochen angelangt. Hierbei ist ja das Phosphor reduziert um zu schnelles Wachstum zu vermeiden. Jetzt bin ich mir unsicher, ob das nach der Mangelernährung so sinnvoll ist oder wir nicht besser auf Adult umsteigen sollten. :ka:


    2. Die Mama der Kleinen hat bis vor 2 Wochen weiterhin bei mir im Stall gelebt und hat dort Dose bekommen (und natürlich selbstgefangenes). Allerdings ist sie bei den Kälte plötzlich sehr krank geworden und ich habe sie mit nach Hause genommen. Ihr geht es jetzt zwar wieder gut, allerdings bringe ich es nicht übers Herz sie wieder zum Stall zu bringen und sie bleibt auch hier. Aufgrund der Unterernährung als Kitte und vermutlich 2 zu früher Trächtigkeiten ist sie jetzt schon kleiner als ihre Kinder, hat leicht krumme Beine, Katzenschnupfen und zeigt Verhaltensstörungen. Blutbild machen etc ist nur in Ausnahmesituationen möglich, weil sie für alles außer Angucken beim TA in Narkose gelegt werden müsste und das trotz Zwangsbox. Daher kann ich nicht mal eben untersuchen lassen ob ihr aktuell noch etwas speziell fehlt.


    Welches Barf würdet ihr füttern bzw. würdet ihr auf irgendwas speziell achten? Sie ist vermutlich 1 1/2 Jahre alt und frisst recht kleine Portionen (hab allerdings auch nur die 3 Fressmaschienen als Vergleich 8o).



    Meine Tierärztin ist zwar super begeistert, davon wie die Kleinen sich entwickelt haben (anfangs war ja noch unsicher, ob alle 3 überleben) und erkennt auch dass es mit am Barf liegt, allerdings ist sie jetzt nicht sooo informiert was das Barfen angeht etc.


    Zur Info: Ich füttere hauptsächlich nach Kalki (Rind, Huhn), die kleinen Rezepte (Kaninchen, Wild, Ente, Pute, Lamm) mit Easy Barf/ FC (mit Kalki ergänzt) und 50 gr. Dose pro Tag.


    Liebe Grüße und schonmal vielen lieben Dank,

    Jule mit Belle, Zora, Floki und Merlin


    Hallo :)

    Ich habe nun mein erstes Rezept für meine drei Kitten (ca. 12 Wochen, belasteter Darm) fertig. Es wäre lieb wenn ihr mal drüber schauen könntet.

    Hühnchenrezept 1.pdf

    Hühnchenrezept 1 Auswertung.pdf


    Ich würde gerne zusätzlich zu diesem Rezept im Wechsel andere Fleischsorten (Lamm, Rind, Wild) + [definition='7','1']EasyBarf[/definition] Grundrezept füttern. Kann ich das jeweils auch so im Kalki eingeben und dann nur noch die Ca/P Werte den Kitten anpassen?


    Zum Rezept:

    Magen: Alle Drei kauen mit großer Vorliebe auf allem möglichem rum, auch auf getrockneter Hühnerhaut etc. (Sie sind ja eigentlich Mäuse gewöhnt.)

    Vit E Tropfen: angepasst

    Dicalciumphosphat (29/22): angepasst

    Seealgenmehl: angepasster Jodwert (muss bei Lieferung nochmal kontrolliert werden)

    Fett: die Hühnerhaut möchte ich teilweise einzeln geben, sodass sie aussortiert werden kann


    Liebe Grüße,

    Jule